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Leistungssport

Para Kanu auf Erfolgskurs: Ognyana Dusheva über Spitzenleistung und Nachwuchsförderung

| Tobias Richter

Ognyana Dusheva ist Olympiamedaillengewinnerin, seit über 30 Jahren Trainerin im Leistungssport und gehört zu den prägenden Persönlichkeiten des Para Kanu-Sports in Sachsen-Anhalt. Im Gespräch berichtet sie über ihren Weg vom aktiven Spitzensport zur Trainerin, die größten Erfolge mit ihren Athletinnen und Athleten sowie ihre Ziele und ihre Philosophie als Trainerin.

Ognyana Dusheva, hier mit ihren Athleten Anja Adler und Maik Polte, ist Para Kanu-Trainerin beim SV Halle
(© Wiebke Pontzen / BSSA)

Seit wann bist du Trainerin und warum hast du dich für diesen Beruf entschieden?

Meine Tätigkeit als Trainerin im Leistungssport begann 1990, internationale Einsätze folgten ab 2008. Im Para-Kanusport bin ich seit 2012 tätig. Im Januar 2018 wechselte ich zum Landessportbund Sachsen-Anhalt in Halle. Meine Motivation für diesen Beruf liegt in meiner eigenen sportlichen Laufbahn. Ich bin selbst olympische Bronzemedaillengewinnerin von Seoul 1988. Diese Erfahrung hat mir gezeigt, wie viel Leidenschaft, Disziplin und Ausdauer notwendig sind, um große Ziele zu erreichen. Als Trainerin sehe ich meine Aufgabe darin, meine Erfahrung weiterzugeben und Athletinnen und Athleten auf ihrem Weg im Leistungssport bestmöglich zu begleiten.

Welche Athletinnen und Athleten betreust du und was war dein größter Erfolg mit ihnen?

Beim SV Halle arbeite ich mit mehreren Para Kanu-Athleten: Anja Adler, Anas Al-Khalifa, Maik Polte, Mikita Shevchenko und Kai-Uwe Brachmann. Ein erster großer Erfolg war die Teilnahme an den Paralympischen Spielen in Tokio, bei denen zwei meiner Athleten starteten. Anja Adler belegte den 4. Platz im KL2 und Anas Al-Khalifa erreichte den 9. Platz im KL1 sowie den 13. Platz im VL2. Im Zeitraum zwischen den Spielen von Tokio und Paris konnte Anja Adler weitere große internationale Erfolge feiern. Sie gewann eine Weltcup-Regatta, wurde Europameisterin und gewann eine Bronzemedaille bei einer Weltmeisterschaft. Der bisher größte gemeinsame Erfolg waren die Paralympischen Spiele 2024 in Paris, bei denen Anja Adler die Bronzemedaille im KL2 gewann!

Was macht es so besonders, hier in Sachsen-Anhalt Trainerin zu sein?

Sachsen-Anhalt hat eine lange und erfolgreiche Tradition im Kanu- und im Leistungssport insgesamt. Besonders in Halle gibt es sehr gute Trainingsbedingungen sowie eine enge Zusammenarbeit zwischen Vereinen, Verbänden und Trainern. Diese Struktur ermöglicht es uns, Talente früh zu entdecken und sie systematisch auf ihrem Weg in den internationalen Spitzensport zu begleiten. Für mich ist es sehr motivierend, Teil dieses Systems zu sein und gemeinsam mit den Athletinnen und Athleten an großen sportlichen Zielen zu arbeiten.

Welche Ziele hast du in naher Zukunft und in fünf Jahren?

Mein Ziel ist es, im Para Kanu-Leistungssport weiterhin Athletinnen und Athleten erfolgreich zu entwickeln und sie optimal auf internationale Wettkämpfe vorzubereiten. In den kommenden Jahren möchte ich dazu beitragen, neue Talente zu entdecken und aufzubauen sowie etablierte Athleten auf höchstem Niveau zu begleiten. Langfristig ist es mein Ziel, meine Erfahrung aus dem internationalen Leistungssport weiterzugeben und damit auch die nächste Generation von Athletinnen, Athleten und Trainern zu unterstützen.

Was macht für dich eine gute Trainerin bzw. einen guten Trainer aus und was würdest du angehenden Trainerinnen und Trainern mit auf den Weg geben?

Eine gute Trainerin braucht Fachwissen, Erfahrung, Geduld und vor allem Leidenschaft für den Sport und für die Menschen. Es geht nicht nur darum, Trainingspläne zu erstellen, sondern auch darum, Athleten zu verstehen, sie zu motivieren und ihnen Vertrauen zu geben. Als ehemalige Leistungssportlerin kenne ich den Weg zum Erfolg sehr genau. Ich weiß, wie viel Arbeit, Disziplin und mentale Stärke dafür notwendig sind. Deshalb setze ich gemeinsam mit meinen Athleten immer hohe Ziele. Ich glaube fest daran, dass man mit harter Arbeit und Ausdauer außergewöhnliche Erfolge erreichen kann – und genau diesen Weg gehen wir gemeinsam.

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