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Leistungssport

Zehn Jahre Talentförderung im Sport - Innenministerin und Präsidentin des Landessportbundes ziehen positive Bilanz

| Ministerium für Inneres und Sport

Das Land Sachsen-Anhalt verfügt über eine bundesweit einzigartige Talentförderung, um sportlich begabte Kinder frühzeitig zu erkennen und gezielt an den Leistungssport heranzuführen. Das Fundament dieses modernen und landesweit einheitlichen Systems zur Identifikation, Förderung und schulischen Begleitung sportlicher Talente bilden die beiden Projekte des Landes „Talentfindung und Talentförderung“ und „Pädagogisches Leistungssportpersonal“. Seit 2016 wird das Projekt „Talentfindung und Talentförderung“ flächendeckend im gesamten Bundesland umgesetzt. Die Auswertung der vergangenen zehn Jahre zeigt, dass seit 2016 zahlreiche Mädchen und Jungen den Weg angefangen von den ersten Sichtungen über die Talentgruppen an die Eliteschulen des Sports geschafft haben. Von dort sind bereits erste Jugendliche in Bundeskader und das Juniorteam Sachsen-Anhalt berufen worden und haben somit eine Karriere im Nachwuchsleistungssport eingeschlagen.

© LSB Sachsen-Anhalt

Sportministerin Dr. Tamara Zieschang: „Die sportliche Talentförderung ist eine Erfolgsgeschichte für Sachsen-Anhalt. Sie nimmt bundesweit ein Alleinstellungsmerkmal ein. Auf ihrem Weg hin zu ‚Olympiasiegern von morgen‘ wird sportlichen Talenten eine aufeinander aufbauende Entwicklungsperspektive geboten. Die landesweite Sichtung macht es möglich, dass dabei kein Talent übersehen wird. Mit Berufungen in Bundeskader oder das Juniorteam Sachsen-Anhalt zeigen die Projekte eindrucksvoll Wirkung. Sachsen-Anhalt ist ein Sportland mit bemerkenswerten internationalen Spitzenleistungen. Das unterstreicht unseren Anspruch, die eigene Nachwuchsförderung konsequent weiterzuentwickeln.“

Präsidentin des Landessportbundes Sachsen-Anhalt, Silke Renk-Lange: „Über zehn Jahre Projekt ‚Talentfindung & Talentförderung‘ zeigen eindrucksvoll, wie erfolgreich die enge Zusammenarbeit von Schulen, Vereinen, Landesfachverbänden, dem Land Sachsen-Anhalt und dem LSB funktioniert. Unser Ziel ist es, möglichst vielen Kindern den Zugang zu einer sportlichen Entwicklung zu ermöglichen, unabhängig davon, wo sie aufwachsen. Die Talentförderung eröffnet jungen Sportlerinnen und Sportlern Perspektiven im Leistungssport und stärkt gleichzeitig den organisierten Sport insgesamt. Denn jedes entdeckte Talent ist auch ein Gewinn für unsere Vereine und für die stabile Zukunft des Sports in Sachsen-Anhalt. Wir als Sportfamilie Sachsen-Anhalts sind stolz auf die Entwicklung.“

Das Projekt „Talentfindung und Talentförderung“ umfasst vier aufeinander aufbauende Stufen:

Der erste Baustein ist der landesweit flächendeckende Sport-Motorik-Test, der in allen dritten Klassen Sachsen-Anhalts durchgeführt wird. Jährlich nehmen etwa 18.000 Kinder daran teil. Der Test dient dazu, Kinder mit überdurchschnittlichen motorischen Fähigkeiten zu identifizieren. Kinder, die einen besonders hohen Leistungswert erreichen, erhalten eine Einladung zu den Sachsen-Anhalt-Spielen.

Die Sachsen-Anhalt-Spiele sind die wichtigste landesweite Sichtungsveranstaltung des Projekts. Die Kinder durchlaufen verschiedene Stationen in den Sportarten Handball, Judo, Kanu-Rennsport, Leichtathletik und Rudern, während die Landestrainerinnen und Landestrainer sowie Sichtungstrainerinnen und Sichtungstrainer der einzelnen Sportarten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer genau beobachten. Geachtet wird dabei vor allem auf das Entwicklungspotenzial, die Lernfähigkeit, die körperlichen Voraussetzungen und die koordinativen Fähigkeiten.

Die Teilnahmen an den Sachsen-Anhalt-Spielen haben sich über die Jahre verzehnfacht: von 209 im Jahr 2015 auf 2.012 im Jahr 2026.

Nach der Auswertung aller Ergebnisse der Sachsen-Anhalt-Spiele entscheiden die Landestrainerinnen und Landestrainer der Landesfachverbände, welche Kinder für eine weiterführende Förderung eine Einladung in eine der Talentgruppen bekommen. Sie stellen die erste strukturierte Förderstufe im Nachwuchsleistungssport dar und ermöglichen den Kindern, regelmäßig einmal wöchentlich unter qualifizierter Anleitung zu trainieren. Ziel ist es, die Eignung für bestimmte Sportarten genauer zu überprüfen und die sportliche Entwicklung der Kinder weiter voranzubringen.

Die Zahl der Talentgruppen ist in den letzten zehn Jahren erheblich gestiegen – und zwar von zunächst drei Talentgruppen auf nunmehr 59 Talentgruppen.

Mit zunehmendem Leistungsniveau und steigendem Trainingsumfang wächst der Bedarf, schulische und sportliche Anforderungen miteinander zu vereinbaren. An dieser Stelle setzen die Eliteschulen des Sports in Halle (Saale) und Magdeburg an. Als allgemeinbildende Ganztagsschulen mit sportlichem Profil schaffen sie die organisatorischen Voraussetzungen, damit Schule und Training bestmöglich miteinander vereinbart werden können.

Die Zahl der jährlich an den Eliteschulen des Sports aus den Talentgruppen aufgenommenen Kinder und Jugendlichen ist kontinuierlich gestiegen – waren es im Jahr 2016 noch 13 Einschulungen, gab es im Jahr 2025 68 Einschulungen. Insgesamt wurden seit Beginn der Projekte 515 Kinder und Jugendliche aus den Talentgruppen an den Eliteschulen des Sports aufgenommen.

Das Projekt „Pädagogisches Leistungssportpersonal“ (PLP) an den Eliteschulen des Sports bildet das Bindeglied zwischen Sichtung, Talentgruppenarbeit und schulischer sowie sportlicher Förderung an den Eliteschulen des Sports. Die PLP-Trainer übernehmen eine Vielzahl pädagogischer und trainingspraktischer Aufgaben. Sie begleiten Kinder von der Talentidentifikation über die Talentgruppen bis hin zum Einstieg in die standortbezogene Förderung der Eliteschulen des Sports. Die PLP-Trainer stellen sicher, dass die aus dem Talentfindungsprojekt herausgehende Förderung nicht nur sportlich, sondern auch pädagogisch professionell begleitet wird.

Die Talentsichtung und Talentförderung sowie die schulisch-sportliche Förderung an den Eliteschulen des Sports zeigen eindrucksvolle Wirkung. Diese positive Entwicklung setzt sich mit der Berufung in Bundeskader bzw. das Juniorteam Sachsen-Anhalt, das oft auch als „Sprungbrett zu Olympia“ bezeichnet wird, fort. Durch das Erreichen der relevanten Alterskohorten sind seit 2024 erstmals Berufungen in Bundeskader sowie in das Juniorteam Sachsen-Anhalt zu verzeichnen. 2025 wurden 17 Jugendliche in Bundeskader und vier in das Juniorteam Sachsen-Anhalt berufen. 2026 ist die Anzahl der Berufungen in die Bundeskader auf 27 und die in das Juniorteam Sachsen-Anhalt auf elf Jugendliche gestiegen.

Neben der sportlichen Nachwuchsleistungsförderung wird durch die Talentsichtung und ‑förderung auch der Breitensport gestärkt. Kinder, die es nicht zu den Sachsen-Anhalt-Spielen oder in eine Talentgruppe schaffen, erhalten durch die Kampagne des Landessportbundes Sachsen-Anhalt „Komm zum Sport“ eine persönliche, wohnortnahe Vereinsempfehlung. Damit wird sichergestellt, dass die Talentsichtung nicht zum Ausschluss, sondern zu einer bedarfsgerechten Weiterentwicklung im flächendeckenden Vereinsangebot führt – unabhängig vom sportlichen Leistungsniveau.

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