Aus einer Mannschaft wurde ein Erfolgsmodell für den ganzen Verein

Die Gründung der „Volleyholics" war der Auslöser einer beeindruckenden Vereinsentwicklung. Heute verbindet der Stendaler Volleyballverein 1990 e. V. sportlichen Erfolg mit nachhaltiger Nachwuchsarbeit, der Ausbildung eigener Übungsleiterinnen und Übungsleiter sowie einer modernen Öffentlichkeitsarbeit. Besonders bemerkenswert ist dabei, wie Social Media gezielt eingesetzt wird, um neue Mitglieder zu gewinnen und das Vereinsleben sichtbar zu machen. Ein Beispiel dafür, wie Ehrenamt, Gemeinschaft und gute Ideen einen Verein nachhaltig stärken können.
Wir haben die Verantwortlichen zu den Details Ihrer Vereinsarbeit gefragt.
Die Geschichte unserer Damenmannschaft begann mit einem gemeinsamen Wunsch: endlich wieder als Frauen zusammen Volleyball zu spielen.
Über viele Jahre waren die Spielerinnen auf verschiedene Herrenmannschaften der Region verteilt. Dort kamen sie meist nur als Aushilfen in der Kreisoberliga zum Einsatz. Wertvolle Spielpraxis war dadurch nur begrenzt möglich. Hinzu kam die höhere Netzhöhe im Herrenbereich, die das Ausschöpfen des eigenen spielerischen Potenzials zusätzlich erschwerte. Aus dieser Situation entstand die Idee, etwas Neues zu wagen. Ehemalige Mitspielerinnen aus Jugendzeiten wurden kontaktiert, Spielerinnen aus anderen Mannschaften angesprochen und für die gemeinsame Vision begeistert. Schritt für Schritt wuchs aus vielen Gesprächen, Erinnerungen und der gemeinsamen Leidenschaft für den Volleyballsport eine Mannschaft zusammen. Ein Damenteam dieser Art gab es in der weiteren Region zu diesem Zeitpunkt nicht. Anfangs stand dabei kein sportlicher Ehrgeiz im Vordergrund. Es gab weder konkrete Ziele noch den Plan, unmittelbar wieder am Ligabetrieb teilzunehmen. Vielmehr ging es darum, einen Ort zu schaffen, an dem Frauen gemeinsam trainieren, spielen und die Freude am Volleyball teilen konnten. Aus dieser Begeisterung entwickelte sich nach und nach ein echtes Team – und schließlich auch der Wunsch, sich wieder dem Wettkampf zu stellen.
Mit der offiziellen Gründung am 8. März 2023 wurde aus einer Idee Wirklichkeit. An diesem Tag wurde der Grundstein für eine Mannschaft gelegt, die bis heute von Zusammenhalt, Leidenschaft und der gemeinsamen Liebe zum Volleyball lebt.
Der Aufbau der Mannschaft war vor allem eines: Gemeinschaftsarbeit. Viele Spielerinnen kannten sich bereits aus früheren Jahren – sei es aus gemeinsamen Jugendmannschaften, aus dem Spielbetrieb oder durch den Volleyballsport in der Region. Diese bestehenden Verbindungen bildeten die Grundlage für den Neuaufbau. Neben Spielerinnen aus verschiedenen Herrenmannschaften wurden gezielt Frauen angesprochen, von denen bekannt war, dass sie bereits Volleyballerfahrung besaßen, ihren Sport jedoch nur noch im Hobbybereich ausübten. Bewusst entschied man sich in der Anfangsphase dafür, ausschließlich Spielerinnen mit Grundkenntnissen aufzunehmen. So sollte von Beginn an ein flüssiger und anspruchsvoller Trainingsbetrieb möglich sein, der allen
Beteiligten Freude bereitete und den Grundstein für die weitere Entwicklung der Mannschaft legte. Dabei entstand von Anfang an eine besondere Mischung: Erfahrene Spielerinnen, die bereits viele Jahre im Wettkampfsport aktiv gewesen waren, trafen auf junge Volleyballerinnen, die zwar über gute technische Grundlagen verfügten, bisher jedoch noch keine Erfahrungen im Ligabetrieb sammeln konnten. Gerade diese Kombination erwies sich schnell als große Stärke. Die erfahrenen Spielerinnen gaben ihr Wissen weiter, während die Jüngeren mit viel Ehrgeiz, Lernbereitschaft und frischem Elan neue Impulse setzten.
Bereits im ersten gemeinsamen Jahr entschied sich die Mannschaft, am Spielbetrieb der Mixed Union Altmark teilzunehmen. Diese Saison bot nicht nur die Möglichkeit, als Team zusammenzuwachsen, sondern auch wertvolle Wettkampferfahrung zu sammeln. Im Laufe der Spielzeit veränderte sich der Kader durch einzelne Zu- und Abgänge, doch bis zum Saisonabschluss im Juni 2024 hatte sich ein fester Mannschaftskern herausgebildet. Dieser bildet bis heute das Fundament des Teams und legt den Grundstein für die weitere Entwicklung und die sportlichen Erfolge.
Mit dem Ende der Saison im Juni 2024 war für die Mannschaft klar, dass der gemeinsame Weg noch lange nicht zu Ende sein sollte. Aus der anfänglichen Idee, einfach wieder gemeinsam Volleyball zu spielen, war ein eingespieltes Team mit sportlichem Ehrgeiz geworden. So fiel die Entscheidung, den nächsten Schritt zu wagen und erstmals am offiziellen Landesspielbetrieb teilzunehmen. Der Start erfolgte in der Landesklasse Nord. Was danach folgte, übertraf selbst die Erwartungen vieler Beteiligter. Mit zwei direkten Aufstiegen schrieb die noch junge Mannschaft ihre ganz eigene Erfolgsgeschichte. Innerhalb
kürzester Zeit gelang der Sprung bis in die Landesoberliga Sachsen-Anhalt, in der die Volleyholics in der Saison 2026/27 erstmals an den Start gehen werden.
Dieser sportliche Erfolg erhält eine besondere Bedeutung, wenn man den Blick auf die Mannschaft selbst richtet. Die Volleyholics gehören im Durchschnitt zu den ältesten Teams des Landesspielbetriebs. Viele Spielerinnen stehen mitten im Berufsleben, sind Mütter kleiner Kinder und engagieren sich darüber hinaus ehrenamtlich. Den Trainings- und Spielbetrieb mit Familie, Beruf und Freizeit in Einklang zu bringen, erfordert Woche für Woche großes Engagement und viel gegenseitige Unterstützung.
Mit dem Einstieg in den Landesspielbetrieb gewann auch Social Media für die Volleyholics zunehmend an Bedeutung. Dabei geht es uns nicht nur darum, Ergebnisse oder Spielberichte zu veröffentlichen. Vielmehr möchten wir zeigen, was unseren Verein ausmacht: Teamgeist, Zusammenhalt, Spaß am Volleyball und das große ehrenamtliche Engagement hinter den sportlichen Erfolgen. Gleichzeitig bieten unsere Kanäle die Möglichkeit, den gesamten Verein sichtbar zu machen. Neben der Damenmannschaft stehen deshalb auch unsere Nachwuchsarbeit und die Entwicklung der Mädchenmannschaften regelmäßig im Mittelpunkt. So wird deutlich, dass hinter den Erfolgen eine nachhaltige Vereinsarbeit steckt. Die Beiträge werden von einem kleinen Team erstellt, die Ideen entstehen jedoch meist gemeinsam mit der gesamten Mannschaft. Besonders beliebt sind emotionale Spielszenen, aber auch humorvolle und selbstironische Einblicke in den Trainings- und Spielalltag. Die gestiegene Aufmerksamkeit machte sich schnell bemerkbar. Über unsere Social-Media-Kanäle erreichten uns zahlreiche Anfragen zu Probetrainings – sowohl für die Damen- und Herrenmannschaften als auch für den Jugendbereich. Social Media ist für uns deshalb weit mehr als Öffentlichkeitsarbeit: Es verbindet Menschen mit unserem Verein und macht Lust, selbst Teil der Volleyballgemeinschaft zu werden.
Die Erfolgsgeschichte der Volleyholics ist keine Eintagsfliege. Schon bevor die Damenmannschaft offiziell gegründet wurde, begann der Stendaler Volleyballverein im Oktober 2022 mit dem Aufbau einer eigenen Nachwuchsarbeit. Zunächst wurden Mädchen und Jungen im Alter von zehn bis elf Jahren gemeinsam an den Volleyballsport herangeführt. Aus diesen ersten Trainingseinheiten entwickelte sich Schritt für Schritt eine nachhaltige Vereinsstruktur. Heute trainieren drei Übungsleiter – zwei davon, die gleichzeitig selbst für die Volleyholics auf dem Spielfeld stehen – drei Nachwuchsmannschaften im Mädchenbereich. Neben ihrem eigenen Trainings- und Spielbetrieb investieren sie unzählige Stunden ehrenamtlich in die Förderung des Nachwuchses und übernehmen darüber hinaus Verantwortung in der Vereinsarbeit. Damit schaffen sie die Grundlage dafür, dass sich der Verein auch langfristig weiterentwickeln kann und junge Spielerinnen eine sportliche Heimat finden. Die Nachwuchsarbeit ist damit längst zu einem festen Bestandteil der Vereinsphilosophie geworden. Sie schafft die Grundlage dafür, dass junge Spielerinnen in ihrer Heimat den Volleyballsport erlernen, sich sportlich weiterentwickeln und vielleicht eines Tages selbst das Trikot der Volleyholics im Erwachsenenbereich tragen. Besonders stolz ist der Verein darauf, dass in den vergangenen Jahren insgesamt fünf Übungsleiter aus den eigenen Reihen ausgebildet werden konnten. Zwei von ihnen mussten Stendal aufgrund ihrer beruflichen Weiterentwicklung verlassen und schlagen inzwischen an anderen Orten ihren Weg ein. Nun verabschiedet sich auch der dritte Übungsleiter zunächst zum Studium. Auch wenn sein Weg ihn vorerst aus der Heimat führt, bleibt die Hoffnung, dass er eines Tages mit neuen Erfahrungen zurückkehrt und den Verein erneut bereichert. Gerade diese Entwicklung zeigt, dass der Verein nicht nur Spielerinnen ausbildet, sondern auch Menschen, die Verantwortung übernehmen und das Vereinsleben aktiv mitgestalten. Umso bemerkenswerter ist es, mit welchem Engagement, Zusammenhalt und Teamgeist sich nicht nur die Mannschaft ihren Weg erarbeitet, sondern der ganze Verein sich weiterentwickelt hat. Aus einer Gruppe von Spielerinnen mit einer gemeinsamen Idee ist innerhalb weniger Jahre ein Verein mit einer klaren Vision entstanden: leistungsorientierten Volleyball mit einer lebendigen Gemeinschaft und nachhaltiger Nachwuchsförderung zu verbinden. Der Aufstieg bis in die höchste Spielklasse Sachsen-Anhalts ist deshalb weit mehr als ein sportlicher Erfolg. Er ist Ausdruck dessen, was entstehen kann, wenn Menschen ihre Begeisterung teilen, Verantwortung übernehmen und gemeinsam an einer Idee festhalten.
Der sportliche Erfolg der Volleyholics ist kein Zufall. Er ist das Ergebnis vieler Menschen, die ihre Zeit, ihre Ideen und ihre Leidenschaft in den Verein investieren. Eine besondere Rolle spielt dabei eine Familie. Mit ihrem langjährigen Volleyballwissen, unterschiedlichen Trainingsansätzen und der Bereitschaft, sich ständig weiterzuentwickeln,haben sie die Entwicklung der Mannschaften und des gesamten Vereins maßgeblich geprägt. Drei Trainer aus einer Familie begleiten die Volleyholics und die Nachwuchsmannschaften auf ihrem Weg und ergänzen sich dabei mit ihren jeweiligen Stärken. Unterschiedliche Trainingsmethoden, die konsequente Analyse der eigenen Spiele sowie das gezielte Arbeiten an den erkannten Schwächen bilden die Grundlage der sportlichen Entwicklung. Gleichzeitig wird großer Wert auf eine positive Trainingsatmosphäre gelegt, in der Lob, Vertrauen und gegenseitige Unterstützung ebenso wichtig sind wie Disziplin und Leistungsbereitschaft. Dass dieser Weg erfolgreich ist, zeigte sich in der vergangenen Saison eindrucksvoll. Während
ein Übungsleiter parallel zum Training der Herrenmannschaft regelmäßig auch die Volleyholics betreute, übernahm der junge Nachwuchstrainer eigenverantwortlich zahlreiche Trainingseinheiten der Herren. Die enge Zusammenarbeit der beiden ergänzte sich hervorragend und führte dazu, dass beide Mannschaften am Ende als Sieger ihrer jeweiligen Spielklasse hervorgingen. Auch die Herrenmannschaft schrieb dabei ihre eigene Erfolgsgeschichte. Mit einer deutlich verjüngten Mannschaft gelang nicht nur der Gewinn der Kreisoberliga, sondern auch der Pokalsieg. Dieser Erfolg zeigt, dass die Vereinsphilosophie unabhängig von Alter oder Mannschaft funktioniert: Vertrauen schenken, Verantwortung übertragen und gemeinsam wachsen. Neben den sportlichen Erfolgen ist es vor allem das ehrenamtliche Engagement, das den Verein trägt. Die Ausbildung eigener Übungsleiter, die kontinuierliche Nachwuchsarbeit und
der enge Zusammenhalt innerhalb des Vereins haben eine Kultur entstehen lassen, in der jeder seinen Beitrag leistet. Genau diese Gemeinschaft ist das Fundament, auf dem die sportliche Entwicklung der vergangenen Jahre aufgebaut werden konnte.
Erfolg entsteht nicht über Nacht und lässt sich auch nicht allein an Tabellenplätzen messen. Viel wichtiger ist es, Mannschaften zu formen, in der sich jeder wohlfühlt und Verantwortung übernimmt. Gerade im Amateur- und Breitensport sollte der Spaß am gemeinsamen Sport niemals verloren gehen. Wer Vertrauen schenkt, Stärken fördert und Fehler als Chance zur Weiterentwicklung begreift, schafft eine Atmosphäre, in der sich Spielerinnen und Spieler langfristig entwickeln können. Ebenso wichtig ist der Blick über den eigenen Tellerrand hinaus. Nachwuchsarbeit, die Ausbildung eigener Übungsleiter und die Bereitschaft, Verantwortung im Verein zu übernehmen, zahlen sich oft erst Jahre später aus – bilden aber die Grundlage für nachhaltigen Erfolg. Ein Verein lebt nicht nur von seinen aktuellen Mannschaften, sondern vor allem von den Menschen, die bereit sind, Zeit und Herzblut zu investieren.
Mit dem Aufstieg in die Landesoberliga hat die Damenmannschaft einen Meilenstein erreicht. Das vorrangige Ziel besteht nun darin, sich in der höchsten Spielklasse Sachsen Anhalts dauerhaft zu etablieren und weiterhin attraktiven Volleyball zu zeigen. Dabei soll der Teamgeist, der die Volleyholics von Beginn an ausgezeichnet hat, auch in Zukunft im Mittelpunkt stehen.
Mindestens genauso wichtig sind jedoch die Ziele des gesamten Vereins. Die Nachwuchsarbeit soll kontinuierlich ausgebaut werden, damit noch mehr Kinder und Jugendliche den Volleyballsport in Stendal für sich entdecken können. Gleichzeitig möchte der Verein auch künftig eigene Übungsleiter ausbilden und junge Menschen frühzeitig an Verantwortung heranführen. Dass ehemalige Übungsleiter den Verein aufgrund von Studium oder beruflicher Weiterentwicklung verlassen, gehört dabei zum natürlichen Lauf des Lebens. Umso schöner wäre es, wenn sie eines Tages mit neuen Erfahrungen nach Stendal zurückkehren und den Verein erneut bereichern. Auch die positive Entwicklung der Herrenmannschaft soll fortgesetzt werden. Die erfolgreiche Verjüngung des Teams hat gezeigt, welches Potenzial im eigenen Nachwuchs steckt. Langfristig ist es das Ziel, Frauen, Männer und den Nachwuchs gleichermaßen weiterzuentwickeln und so einen Verein zu gestalten, der sportlichen Ehrgeiz, Gemeinschaft und ehrenamtliches Engagement miteinander verbindet.
„Der Stendaler Volleyballverein 1990 e.V. soll nicht nur für sportliche Erfolge stehen, sondern vor allem für einen Verein, in dem Menschen gerne zusammenkommen, Verantwortung übernehmen und gemeinsam etwas aufbauen, das weit über den Volleyballsport hinaus Bestand hat. “
(Stendaler Volleyballverein 1990 e.V.)
Mehr Informationen zum Verein finden sich HIER.

